Gesunde Venen haben funktionierende Venenklappen, die den Rückstrom des Blutes nach unten verhindern, ähnlich einem Ventil. Krampfadern entstehen wenn die Venen keine intakten Klappen besitzen (selten angeboren, meistens im Lauf der Jahre entstanden). Das Blut staut sich nach unten, die Venen werden ausgeweitet und schlängeln sich: wir sprechen von Krampfadern oder Varizen.

Vor jeglicher Therapie ist eine Ultraschalluntersuchung des oberflächlichen und tiefen Venensystems der Beine notwendig: eine Übersicht über die gesamten venösen Flussverhältnisse ist essentiell um punktgenau die richtigen Interventionen planen zu können.

Behandlung

Venenverödung mit Aethoxysklerol/Mikroschaumverödung

Hier wird mit einer Spritze ein spezieller Alkohol (Aethoxysklerol®, flüssig oder aufgeschäumt mit Luft) in die Krampfadern verabreicht und damit von innen verklebt. Die Blut- und Venenreste werden anschließend vom Körper abgebaut. Es können kleine Besenreiser und auch große Krampfadern behandelt werden. Je nach Gefäßgröße erfolgt dies ultraschallgezielt oder mithilfe von Veinlite® (ein spezieller Lichtleiter welcher tieferliegende Venen sichtbar macht).

Eine Sitzung dauert ca. 15 Minuten, je nach Anzahl der Besenreiser/Krampfadern sind mehrere Sitzungen notwendig. Die Arbeitsfähigkeit ist nach der Verödung uneingeschränkt, normale Belastungen sind möglich. Sie können jederzeit duschen; meiden Sie nur warme Bäder, Sauna, Sonne und Solarium.

vor Verödung
nach mehreren Verödungen

Nebenwirkungen beugen wir vor:
Leichter Schmerz und Schwellungen sind 1-2 Tage nach der Behandlung möglich. Braune Pigmentierungen durch Ablagerungen des Bluteisens können wir durch Herausstechen des Restblutes reduzieren. Venenentzündungen, Thrombosen oder Lungenembolien sind sehr selten durch die Begrenzung der Menge des Verödungsmittels, das Tragen des Kompressionsstrumpfes und durch Gehen oder Radfahren über eine halbe Stunde nach der Verödung.

Die Häkelnadelmethode

Statt eines Schnittes reicht ein kleiner Stich. Mit einem häkelnadelähnlichen chirurgischen Instrument kann die Krampfader vor die Haut geleitet und herausgezogen werden. Langfristig sind kaum Narben sichtbar. Diese Methode eignet sich für oberflächliche Venen und kann ambulant in unserer Praxis durchgeführt werden.

Venenverödung mittels Laser- oder Radiofrequenztherapie

Bei der endoluminalen Laser- oder Radiofrequenztherapie von Krampfadern wird in lokaler Betäubung (Tumeszenzanästhesie) oder in Narkose ultraschallgezielt eine spezielle Sonde in die Krampfader eingebracht und diese von innen mit Hitze „verschweißt“. Diese Methode eignet sich sehr gut für gerade Krampfadern (meist Stammvenen) und hat hier sehr hohe Erfolgsraten (=dauerhafter Venenverschluss). Die Behandlung wird im Krankenhaus durchgeführt, wichtig ist eine genaue OP-Planung mittels vorab durchgeführter Ultraschalluntersuchung. Je nach Wunsch kann die stationäre Behandlung in Kooperation mit dem Privatklinikum Wehrle-Diakonissen durchgeführt werden oder eine Zuweisung in ein öffentliches Krankenhaus erfolgen.

Die Strippingoperation

Die Strippingoperation ist die traditionelle Möglichkeit, lange gerade gestreckte Krampfadern (z.B. von der Leiste bis unterhalb des Kniegelenkes oder von der Kniekehle bis zum Außenknöchel) in einem Stück zu entfernen. Die Krampfader wird an ihrem oberen und unteren Ende aufgesucht, unterbunden, ein Draht (Stripper) in die Krampfader eingeführt und diese in einem Stück herausgezogen. Aufgrund des medizinischen Fortschrittes insbesondere der Laser- bzw Radiofrequenzchirurgie ist diese offene chirurgische Methode nur mehr selten notwendig.